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28.03.12
NDR.de

Sie fliegen die Stars und die Reichen

Sie fliegen die Stars und die Reichen

Heute hier, morgen dort. Prominente, Wirtschaftsbosse, reiche Privatleute - wenn sie von einem Ort zum anderen wollen, muss das schnell gehen, egal wann, egal von wo, egal wohin. Der Hollywood-Star zur Filmpremiere, der Konzernchef zum Geschäftstermin, der Privatier in sein Ferienhaus am Mittelmeer. Dafür stehen bei der Fluggesellschaft AIR HAMBURG mehrere Business-Jets in den Startlöchern. Wenn es schnell gehen muss, reicht eine Stunde Vorlauf bis zum Abflug.


"Wie eine kleine Air Force One"

Jan Hackethal ist Kopilot bei der Fluggesellschaft mit der außergewöhnlichen Kundschaft. "Mein Highlight waren Flüge mit dem ehemaligen US-Präsidentschaftskandidaten Al Gore", erzählt er. Eine mehrtägige Vortragsreise quer durch Europa im vergangenen Sommer. "Immer, wenn wir irgendwo ankamen, dachte ich, wir sind eine kleine Ausgabe der Air Force One. Da waren Fernsehteams, Polizei, ein Wahnsinnstrubel, wenn er aus der Maschine stieg." Das Highlight von Pilot Jan Hackethal (links): quer durch Europa mit dem ehemaligen US-Präsidentschaftskandidaten Al Gore. Natürlich sei es etwas Besonderes, berühmte Persönlichkeiten zu fliegen. "Aber auch bei jemandem wie Al Gore gewöhnen Sie sich am zweiten, dritten Tag daran. Er war eben auch ein Kunde. Ein sympathischer Mensch, der zufrieden war, wenn er im Flieger sein Steak mit Ketchup bekam."

Hummer und Gebetsteppich

Ein wenig darf Jan Hackethal über prominente Fluggäste erzählen, aber nicht viel. Diskretion ist oberstes Gebot. Wer wann wohin fliegt, wer welche Sonderwünsche hat, und was an Bord passiert - natürlich dringt das nicht nach außen. "Aber Catering ist auf jeden Fall ein großes Thema. Der eine möchte Hummer, der andere eine bestimmte Eissorte oder einen speziellen Whiskey - aber auch nur den! Der nächste braucht einen Teppich, weil er im Flieger beten möchte."

Antonio Banderas, Brad Pitt und George Clooney Auch ganz große Stars nutzen die Jets. Kürzlich war Hollywood-Star Antonio Banderas an Bord. Nach der Präsentation des Films "Haywire" auf der Berlinale ließ er sich nach Granada bringen - und dann weiter nach nach Madrid. Auch Schauspieler Brad Pitt bestieg schon einen der Flieger - und George Clooney setzte die Crew in St. Moritz ab. "Da war ich nicht dabei", sagt Hackethal. "Aber meine Kollegen haben erzählt, dass es eine lockere Atmosphäre war. Netter Typ."

Es begann mit einer Flugschule

Keimzelle der Fluggesellschaft war der Flugplatz Uetersen bei Hamburg - zunächst mit der Gründung einer Flugschule im Jahr 2001. Später kamen Rundflüge und Verbindungen zu den Nord- und Ostfriesischen Inseln hinzu - schließlich auch die Exklusiv-Charter-Marke "AIR HAMBURG PRIVATE JETS". Insgesamt stehen knapp 30 Piloten im Dienst der Fluggesellschaft. Die Jets für die Privatflüge sind am Hamburger Flughafen stationiert und rund um die Uhr zum Abheben bereit. Das Einsatzgebiet ist größtenteils Europa, aber es geht auch schon mal bis Marrakesch oder Dubai.

Der Traum vom Fliegen

Vom "Mädchen für alles" zum Jetpiloten: Jan Hackethal hat sich einen Traum erfüllt. Pilot Jan Hackethal ist erst 25 Jahre alt und hat bereits eine ungewöhnliche berufliche Karriere hingelegt. Schon immer habe er vom Fliegen geträumt. Aufgewachsen ist er in Mecklenburg-Vorpommern, in Ribnitz-Damgarten. "Und weil es da keine Berge gibt, haben wir uns Motoren mit Propellern auf den Rücken geschnallt, um mit dem Gleitschirm die Ostseeküste entlangzufliegen." Bei der Lufthansa klappte es nicht, wie bei so vielen Bewerbern, doch Hackethal gab nicht auf, schrieb zwanzig, dreißig E-Mails an Fluggesellschaften. "Ich war schon für ein Studium angemeldet. Doch ich wusste, immer, wenn ich später Kondensstreifen am Himmel sehe würde, würde ich denken: Du hast es nicht gepackt."

Vom Praktikanten zum Piloten

Aber er hat es gepackt - vor allem weil er kräftig angepackt hat. Die Fluggesellschaft AIR HAMBURG bot ihm an, als unbezahlter Praktikant zu arbeiten. Gegenleistung: die Ausbildung zum Piloten. Hackethal war "Mädchen für alles". "Ich habe Flugzeuge gewaschen und betankt, Chauffeur gespielt, Telefondienst gemacht, Broschüren verteilt und bei Festen Würstchen gebraten." Nebenher büffelte er Theorie, bekam Flugstunden, wurde Privat- und schließlich Berufspilot.

"Die Welt ist so klein durch die Fliegerei"

Dass AIR HAMBURG eben ganz besondere Kunden hat, findet er umso spannender. Und was ihn vor allem fasziniert: "Die Welt ist so klein durch die Fliegerei". Seine schönsten Momente im Job? "Ganz klassisch. Am Boden die typische Hamburger Herbstwetterlage, dunkel, kalt, windig, nass, alle stöhnen. Dann fliegen Sie morgens los, durch die Wolken, und auf einmal geht die Sonne auf." Immerhin - dieses Erlebnis ist auch den Passagieren der Economy-Class vergönnt.


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